Komitee für e läbige Joerin-Park

Das "Komitee für e läbige Joerin-Park" wurde 1992 auf Initiative einer Gruppe von jungen Müttern und der SP Pratteln gegründet.

Während mehreren Jahren hat der Verein bei Sponsoren und SpenderInnen Geld gesammelt für die Neugestaltung des Parks. Jeweils im Spätsommer wurde ein grosses Park-Fest organisiert. Auf diese Weise sind ca. 60'000 Franken zusammen gekommen. Diese wurden in eine ganze Reihe von neuen Spielanlagen gesteckt, die meist in Eigenarbeit montiert worden sind. Bei der Auflösung des Vereins nach getaner Arbeit konnten der Gemeinde für den weiteren Unterhalt dieser Anlagen noch über 10'000 Franken übergeben werden.

Zum Symbol für die Arbeit des Komitees und mittlerweile für den ganzen Joerin-Park ist der von der Frenkendörfer Künstlerin Claire Ochsner gestaltete Sonnenvogel geworden - ein Fabeltier zum Klettern, rutschen und bestaunen.

 

 

 

Der Sonnenvogel von Claire Ochsner
Homepage von Claire Ochsner

Mein Artikel über die Geschichte des Joerin-Parks in der Heimatkunde Pratteln 2003:

Der Joerin-Park
Ruedi Brassel-Moser

Als der Basler Handelsherr Johann Wernhard Wegner-Preiswerk 1776 auf der Augstmatt ein Landhaus erbaute, markierte dieses  den westlichen Rand des Dorfes auf dem Weg Richtung Basel. Heute liegt der Joerin-Park mitten im Dorfkern und ist ein Prunkstück von Pratteln, das von Jung und Alt als Erholungsraum geschätzt wird.

Der Bau eines Landsitzes für die städtische Herrschaft – oft Seidenbandfabrikanten oder Kaufleute –  war  im 18. Jahrhundert im Baselbiet keine Seltenheit. So sind damals allein in Pratteln neben dem Sitz auf der Augstmatt jene am Hohenrain (Ende 17. Jh.), auf Maienfels (1726),  der Lilienhof (1728)  und Schönenberg (1769) errichtet worden. Zudem wurden der Talhof und Neu Schauenburg ausgebaut. Dieser Ausbau und der Zukauf von Land waren der Dorfbevölkerung ein Dorn im Auge. So beklagte sich 1793 der Prattler Gemeinderat in Basel, dass ein Viertel des Prattler Bannes den Herren der Stadt gehöre. Was damals einen unerwünschten Einbruch in die Bewirtschaftung der Gemeindefluren darstellte, erwies sich im Fall des Landguts auf der Augstmatt langfristig als Vorteil. Denn die grosse Parkanlage wurde, während das Dorf weit über sie hinaus gewachsen ist, kaum angetastet und stellt so heute eine zentral gelegene, grüne Oase dar.

1817 liess der auf  Wegner folgende Besitzer, Dietrich Preiswerk, an der Stelle eines dazugekauften Bauernhauses eine Kutscherwohnung mit Stall, Scheune und Remise errichten. Über Carl Geigy-Preiswerk (1825) gelangte das Gut 1844 an die Witwe Helene Burckhardt-Bachofen und deren Familie. Diese veranlasste 1890 den charakteristischen Laubenanbau am Hauptgebäude, verkaufte das Gut dann 1922 an den Kaufmann Jean Joerin-Suter. Nach dessen Tod boten es seine Erben der Gemeinde Pratteln an. Am 18. Februar 1944 stimmte die Gemeindeversammlung dem Kauf zu einem Preis von 170'000 Franken zu. Obwohl die Familie Joerin „nur“ etwa zwanzig Jahre Besitzerin des Gutes gewesen ist, trägt der Park heute deren Namen zurecht. Denn glücklicherweise verband die Familie  – die einen Teil des Erlöses durch die Joerin-Stiftung wiederum der Allgemeinheit zugute kommen liess – den Verkauf mit der Auflage, dass die gesamte Anlage weder veräussert noch parzelliert werden darf. 1956 wurde zudem im Grundbuch eingetragen, dass die Parzelle „allezeit als Grünfläche erhalten“ bleiben soll.

In das Herrschaftshaus zog 1944 der 1926 gegründete gemeinnützige Gemeindestuben-Verein ein, der bis 1995 dort ein alkoholfreies Restaurant führte. Seither heisst der von der Gemeinde verpachtete Gasthof Restaurant zum Park. Die grosse Gartenanlage wurde 1959 und 1967 in zwei Etappen zu einem öffentlichen Park mit Planschbecken und Spielgeräten ausgebaut und mit einer Ruheecke für ältere Menschen versehen. In den frühen 1990er-Jahren entstand ein „Komitee für e  läbige Joerin-Park“, das mit Sponsorengeldern und Erträgen des Joerin-Park-Fests einen Ausbau des Spielgeräteangebots und vor allem die Anschaffung des farbenfrohen Sonnenvogels der Künstlerin Claire Ochsner ermöglichte. Diese Skulptur zum Klettern und Rutschen ist neben dem alten Baumbestand zum Wahrzeichen des Joerin-Parks geworden.